Rotlicht des Lebens

Vernissage: Mi 7. Mai 2008, 19 Uhr
Begrüßung: Anga Sterrenberg
Eröffnung: Prof. Dr. Herbert Klima, Biophysiker und Biophotonenforscher TU Wien
Finissage: Mi 28. Mai, 19 Uhr
Liesl Ujvary liest aus Alphaversionen

Ein Gedankenspiel zur Quantenphysik, Philosophie, Kunst und Mystik
Ein für die Künstlerin interessanter Aspekt ergibt sich aus der empirisch belegbaren Tatsache, dass in Körperzellen durch eine schwache elektromagnetische Strahlung (z.B. als pulsierendes, dunkelrotes Licht bei einer Wellenlänge von ca. 630 nm) ein Informationsaustausch auch ohne Beteiligung chemischer Botenstoffe stattfindet. Die Frage, die sich dadurch stellt ist: Ist unser Leben auch von diesem Licht abhängig?
Das Kunstobjekt, bestehend aus 56 Drahtgitterwürfeln, insgesamt ca. 1,5m x 1,5m x 2,50m erwächst aus der physikalischen Tatsache, dass die uns umgebende Materie (Atome, Moleküle, Kristalle, Wasser, Luft, Makromoleküle, Organellen, Zelle, Organismen etc.) durch Lichtquanten verbunden und organisch durch pulsierende Biophotonen geordnet wird.
Die Gitterstruktur der Würfel erinnert daran, dass auch der materielle Körper bloß als Gerüst für ein freies, schöpferisches Bewusstsein gesehen werden kann: ein Bewusstsein, das sich gewissermaßen überall hin bewegen und somit eine mögliche Daseinsform für sich erwählen kann, in der es sich dann manifestiert. Das Bewusstsein wird durch das von innen heraus pulsierende Licht dargestellt.
In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde vom russischen Biologen Alexander Gurwitsch eine schwache elektromagnetische Strahlung in lebenden Zellen entdeckt. Er nannte sie mitogenetische Strahlung, weil sie imstande war, Zellteilungen bzw. Mitosen zu erzeugen.
1970 konnte von den deutschen Physikern Dr. Bernd Ruth und Prof. Fritz-Albert Popp die Existenz von Lichtquanten bzw. Biophotonen in lebenden Systemen mit der physikalischen Methode „Single-Photon-Counting“ experimentell nachgewiesen werden. Damit wurde gezeigt, dass organische Systeme Licht erzeugen, das sich deutlich von der Planckschen Wärmestrahlung unterscheidet, die generell anorganische und tote Systeme kennzeichnet. Sogar die menschliche DNA ist nach F.A. Popp eine derartige Lichtquelle und ein Speicher von Biophotonen!
Prof. Herbert Klima vom Atominstitut der Österreichischen Universitäten in Wien beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Erforschung und der Bedeutung dieser Biophotonen, insbesondere in der Medizin. Mit eigens dafür gebauten Messgeräten wird nun auch an der Universität für Bodenkultur in Wien die Biophotonen-Emission von Pflanzen unter verschiedenen Einflüssen untersucht.

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